Belval, eine Utopie à la François Schuiten
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Belval, eine Utopie à la François Schuiten

Graphit-Tonpflasterklinker vereinen und bringen Farbe ins Stadtviertel

Belval, eine Utopie à la François Schuiten


Projekt

Städtische Neueinrichtung Terrasse des Hauts-Fourneaux (Belval, Esch-sur-Alzette, Großherzogtum Luxemburg)


Bauherr

Belval Fund


Landschaftsarchitekt

Michel Desvigne paysagiste 
Areal Landscape Architecture


Tonpflasterklinker

Decima Graphit



Mehr Info über Francois Schuiten 

Belval, eine Utopie à la François Schuiten
Hintergrund
 
Obwohl sie über mehr als ein Jahrhundert die treibende Kraft der Entwicklung im Süden des Großherzogtums Luxemburg war, erlitt die Stahlindustrie in den Jahren 1980-1990 einen massiven Rückgang. Belval konnte diesem Schicksal nicht entkommen: Die letzten Hochöfen wurden 1997 außer Betrieb genommen. Die luxemburgische Regierung beschloss, einem Teil dieser Industrierelikte neues Leben einzuhauchen. Dieses umfangreiche Projekt beinhaltet eine Dezentralisierung der industriellen Infrastruktur und die Unterstützung von Initiativen innovativer Sektoren, um die wirtschaftliche Aktivität erneut anzukurbeln und das Image der Region zu fördern.
 
Zuerst wurde der Industriestandort von Belval neu eingerichtet, ein 120 Hektar umfassendes Areal mit einem auffälligen Potenzial, das zwischen den Wohnkernen Esch-sur-Alzette und Sanem liegt. Die Herausforderung für den luxemburgischen Staat bestand darin, über die Lancierung eines wichtigen Bauprogramms im Interesse der Cité des Sciences (Wissenschaftsstadt) eine wahre Renaissance auf die Beine zu stellen mit einem Investitionsumfang von 1 Milliarde Euro.

 

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Dunkle Tonpflasterklinker als Bindeglied für das Viertel 
 
Das Projekt, zu dem Vande Moortel mit seinen Tonpflasterklinkern einen Beitrag leisten konnte, befindet sich im Herzen dieses riesigen Areals: Die Neueinrichtung des öffentlichen Raums der Terrasse des Hauts Fourneaux, in dem sich ungefähr zwanzig Gebäude befinden, die zusammen die Cité des Sciences bilden. Der Belval-Fonds legte als potenzieller Auftraggeber den Entwurf in die Hände des französischen Landschaftsarchitekten Michel Desvigne, der in diesem Rahmen mit dem luxemburgischen Büro AREAL zusammenarbeitete.
 
Michel Desvigne erklärt selbst, wie er diesen 40.000 m² umfassenden Raum gestaltet hat: „Es ist eine Aneinanderreihung von Plätzen, die es den Menschen gestatten, sich ungezwungen von einem Ort zum anderen zu bewegen. Manchmal führen diese Plätze bis unter die Gebäude, sodass man einen außergewöhnlichen Blick auf den Mix zwischen Drinnen und Draußen erhält. Dieser öffentliche Raum lädt dazu ein, vom einen zum anderen Gebäude zu gehen. Das erste Element, das ins Auge fällt, ist das große, monolithische Straßenbild. Und die Verkleidung aus Tonpflasterklinkern - sehr horizontal, tief und warm. 

 

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Und die großen Wassersiegel in diesem Straßenbild …“ Die eiserne Umrandung dieser Wasserbecken verrät, dass wir uns an einem Stahlindustriestandort befinden.

„Zum Schluss sind da die außergewöhnlichen Wintergärten mit ihrem großen Pflanzenreichtum, die das Mobiliar und die anderen Einrichtungen überragen. Das ist meiner Ansicht nach das Wesentliche: Pflaster, Plätze, Wintergärten, Wasserteppiche ... und überall die Tiefenperspektive, die ein Bild städtischer Vertikalität erzeugt.“

Die Einrichtungen, die breiten Fugen und die geraden Rinnen unterstreichen die ausgedehnte Perspektive, die diesem Standort seinen Charakter verleihen.  

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Der Place de l’Université bildet mit seinen hohen Bäumen einen Übergang zwischen den Hochöfen und der umgebenden Natur, die sich ganz in der Nähe befindet. 
 
Wenn es Abend geworden ist, wird das Ganze mit einer ausgeklügelten Lichtinstallation (Bauherr: Ingo Maurer) ins rechte Licht gerückt, die auf die Nuancen eines modellierten Lichts mit einer geringen, aber stets ausreichenden Intensität eingeht. Diese unterstreicht auf subtile Weise die Tiefe des Raums und die unübersehbare Anwesenheit der industriellen Relikte. 

 

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Aber auch tagsüber spielt Licht eine wesentliche Rolle in diesem außergewöhnlichen Ensemble. Die Graphit-Tonpflasterklinker, die für die Verkleidung des Straßenbildes gewählt wurden, haben einen großen Anteil daran, weil sie das Licht - sei es nun natürlich oder künstlich - reflektieren. 
 
Ein Spiel von Spiegelungen, das die natürlichen und baulichen Elemente des öffentlichen Raums betont. Durch die ‚reflektierenden‘ Eigenschaften dieser Klinker ist es dem Architekten gelungen, ein düsteres Industriegelände in ein geeignetes Dekor für ein ausgeklügeltes Lichtspiel zu verwandeln.